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Pfarrer Decrignis


Pfarrer, Volkskundler und Folklorist – Mathias Josef Decrignis

Pfarrer DecrignisDie Familie Decrignis stammte ursprünglich aus Würzburg und kam über Deutschlandsberg durch die bambergische Herrschaft nach Wolfsberg. Der Vater von Mathias Josef Decrignis, Johann Andreas Decrignis, war in zweiter Ehe mit einer armen Witwe, Frau Barbara Widder verheiratet. Von den acht aus dieser Ehe geborenen Kindern starben vier in frühester Jugend. Die anderen waren: Johann – ein Benediktiner und Pfarrer von Fohnsdorf, Anselm Georg – Stadtphysikus von Klagenfurt und Mathias Josef – geboren am 12. März 1771 in Wolfsberg. Die einzige Tochter – Anna Maria Gabriela heiratet in die angesehene Wolfsberger Familie Hackofer ein. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1775 lebte die Witwe mit ihren vier Kindern in ärmlichen Verhältnissen und waren mehr oder weniger auf Wohltäter angewiesen.

Nachdem Mathias Decrignis bei seiner Mutter blieb und sich für den Priesterstand entschied, ist es ihm in seiner Jugend etwas besser ergangen, denn es halfen allerlei fromme Seelen und Stiftungen. Es ist nicht ganz klar, wo er sich sein Wissen zur Erlangung der Priesterweihe im Jahr 1797 erwarb. Nach seiner eigenen Aussage war er zuerst sechs Jahre in St. Marein, dann drei Jahre in Wolfsberg und anschließend drei Jahre in St. Ulrich an der Goding in der Seelsorge tätig. Laut Eintragung im Taufbuch der Pfarre St. Ulrich und auch nach seinen Eintragungen war er dort bereits seit 21. Mai 1805 als Provisor tätig. In den Jahren von 1808 bis 1837 versah Mathias Decrignis die Seelsorge in St. Michael im Lavanttal Während dieser 29 Jahre standen im nicht weniger als 19 Kapläne als Hilfspriester zur Seite. Die letzten drei Jahre seines Lebens verbrachte er bei seiner Schwester Anna Gabriela Hackofer im Hause Nr. 37 in Wolfsberg, wo er am 29. Juni 1840 verstarb. An seinem Grab stand ein einfaches Eisenkreuz ohne Namen. Im Zuge einer Neuordnung des Friedhofes wurde dieses Kreuz neben der Familengrabstätte Hackofer wieder aufgestellt und wurde zuletzt von Frau Gertraut Buchbauer von den Wolfsberger Bürgersfrauen gepflegt.

Nun hat dieses Grabkreuz an der Wirkungsstätte von Pfarrer Mathias Josef Decrignis aus Anlass seines 175. Todestages an der alten Friedhofsmauer in St. Michael einen ehrenvollen Platz bekommen.


Volkskundliche Forschung

Decrignis GedenkstätteIn den Jahren 1810 bis 1811 hatte Erzherzog Johann „Statistische Fragebögen" aussenden lassen und so erhielt auch Pfarrer Mathias Decrignis in St. Michael über Oberamtmann Michael von Stenitzer und Franz Rauter den Auftrag, sich dieser Fragebögen anzunehmen und das Lavanttal volkskundlich zu erfassen. Der Abschluss ist mit 02. Juli 1812 datiert. Der Folklorist und Volkskundler Decrignis hat in seinen Aufzeichnungen bzw. Erhebungen nicht nur die Bekleidung, sprich Trachten der Lavanttaler beschrieben, sondern sich auch mit den Sitten und Bräuchen, der Lebensweise und dem Charakter der Lavanttaler auseinander gesetzt. Hier wiederum hat er unterschieden zwischen der Bevölkerung im Tal und jenen in höher gelegenen Gegenden, bzw. auch zwischen Bauersleuten und den Wohlhabenderen in der Stadt.

Nachdem Pfarrer Decrignis auch malerisch außerordentlich begabt war, hatte er seinen Trachtbeschreibungen auch zwölf Trachtenbilder aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts beigefügt. Alle späteren Beschreibungen des Brauchtums und der Tracht des Lavanttales gehen auf Decrignis und seine Bilderreihen zurück, was die Wichtigkeit dieser Erhebungen beweist.

Text der GedenkstätteDie Decrignis Brauchtumsgruppe hat in St. Michael nicht nur eine Gedenkstätte für Pfarrer Decrignis aus Anlass der 175. Wiederkehr seines Todestages errichtet, sondern auch ein Buch mit dem Titel „Die Lavantthaler" Aus der Sicht des Pfarrers, Volkskundler und Folklorist Mathias Josef Decrignis herausgebracht. Die Originalaufzeichnungen hat Herr Helmut Leiß im Jahr 1996 abgeschrieben und auch die Bilder hinzugefügt. Dieses Buch enthält viel Neues und Informatives über alte Zeiten und manche Abschnitte sind auch dazu angetan, sich über die Darstellungen und Formulierungen zu amüsieren, wenn er z. B. über die Lustbarkeiten und Unterhaltungen, über die körperliche Beschaffenheit der Lavanttaler, die gewöhnlichen körperlichen Mängel, über das gewöhnliche hohe Alter dieses Völkleins wie auch gewöhnliche Krankheiten desselben etc., schreibt.


Die Lavantthaler

Buch vom Pfarrer Decrignis

Dieses Werk ist bei allen Frauen der Decrignis Brauchtumsgruppe St. Michael, im Museum im Lavanthaus, im Stiftsmuseum St. Paul, im Haus der Region in Wolfsberg und in der Kärntner Buchhandlung zum Preis von
€ 15,-- erhältlich.

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